Sommerakademie: Kulturförderpreis der VR-Bank Coburg

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Die Ausstellung "Sommerakademie 20!21! – Teilnehmer und Dozenten stellen aus" zeigt 132 Werke von 41 Künstlern. Unter Ihnen wurden im Rahmen der Finissage am 06.06.2021 mehrere Auszeichnungen vergeben. Abbildungen der Werke sowie die Laudatio von Joachim Goslar (Vorsitzender im Kunstverein Coburg) finden Sie hier.




Jury: Andrea Peitz (Kunsterzieherin), Joachim Goslar (Kunstverein), Prof. Gerhard Kampe (Hochschule), Oliver Heß (VHS)

SOMMERAKADEMIE 2020:

Kulturförderpreis für Teilnehmer (je 200 €):

Für Gudila Kolthoff, für ihre Arbeit „Urzeltkrebs“ (Keramik)

Ein tönernes Gebilde, gekerbt mit archaisch anmutenden Zeichen, erdig, verschlossen, eiförmig wie die Urform des Lebens, aus dem wie Sinneszellen Tentakel sprießen, um einen neuen Lebensraum aufzuspüren oder mit dem Außenraum in Kontakt zu kommen. Das Verschlossene im Zerbrechlich-Rätselhaftem steht spannungsvoll im Kontrast zu dem Suchenden in den raumgreifenden „Außenkontakten".  Assoziationen drängen sich da auf, Spiegelungen zu unserer persönlichen Lebenswelt.

Für Heidrun Kreč, für ihre Arbeit „Fliehende Gedanken“ (Metall)

Ein massiver Fuß trägt ein ebenso massives Gebilde, kantig, quaderartig, mit Schnittkanten, steinern, aus dem verblüffend leicht wirkende, fast federartig feine Strähnen sich befreien, dem erdig Massiven entkommen und ihre glänzenden Formen entfalten dürfen ganz im Sinne des Freiheitsliedes: „Die Gedanken sind frei, / wer kann sie erraten, / sie fliehen vorbei, / wie nächtliche Schatten. / Kein Mensch kann sie wissen, / kein Jäger erschießen. / Es bleibet dabei: / Die Gedanken sind frei."

Für Lydia Stoppera, für ihre Arbeit „Ohne Titel“ (Malerei)

Blau! Wolken! Dunst! Nach und nach ein Horizont und ein sich immer weiter aufdehnendes Spektrum an Blau-Modulationen vom gleißenden Schimmer bis zum schwärzlichen Violett! Einzelne Element tauchen auf: ein langgezogenes Etwas am unteren Bildrand korrespondiert mit grauen „Fetzen", wird aufgenommen vom größeren Schwarz und verteilt im dunkler, breiter Spur. Bogenförmiges spannt sich um das verheißungsvolle Hell, aus dem nach und nach ein violettes Gebilde hervorwölbt. In einem betont ausgewogenen Format fordert uns die Künstlerin zu Achtsamkeit und Aufmerksamkeit auf und bietet dafür den Kosmos der Farbe.

Anerkennungspreise für besondere Leistungen (je 50 €):

  • Joachim Heim: „Metamorphose" Kornelia Hüttner: „Fenster" Steffi Reißenweber: „Akt liegend" Bettina Secker: „Birkenborken"
  • Kornelia Hüttner: „Fenster" Steffi Reißenweber: „Akt liegend" Bettina Secker: „Birkenborken"
  • Steffi Reißenweber: „Akt liegend" Bettina Secker: „Birkenborken"
  • Bettina Secker: „Birkenborken"

SOMMERAKADEMIE 2021

Für Kathleen Losansky, für ihre Arbeit: „Passanten“ (Aquarell)

Nein! Keine skurrilen Typen; keine Sonderlinge, nichts Schrilles oder Außergewöhnliches. Passanten, im Vorbeigehen flüchtig wahrgenommene Personen. Menschen, wie Sie uns täglich begegnen und kaum Eindrücke hinterlassen. Genau diesen flüchtigen Moment des Vorübergehenden hat Kathleen Losansky festgehalten und den Augenblick mit schneller und sicherer Pinselspur im Aquarell gebannt. Hat das visuelle Erfassen und Zeichnen denn nicht die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber allem, was wir oberflächlich und flüchtig wahrnehmen, zu konzentrieren und zu trainieren?

Für Steffi Reißenweber, für ihre Arbeit: „Mitten unter Schafen“ (Skizze und Illustration)

Wahrscheinlich muss man es einfach tun! Um Schafe in ihrer Bewegung, ihrem Sein und ihrer Ausstrahlung erfassen zu können, muss man mitten unter ihnen sein. Nur so lässt sich diese zeichnerische Qualität und spontane Direktheit erreichen und selbstverständlich ein rasches Erfassen und eine sichere Hand bei der Strich-Wiedergabe. Mir fällt da (nur) noch ein Künstler ein, der so fasziniert von diesen Tieren war - Henry Moore - und letztendlich auf gleiche Weise zu seinen Ergebnissen kam, indem er in den Wesen ein Gegenüber sah.

Für Ingo Seydel, für seine Arbeit: „Albertsplatz“ (aus dem Skizzenbuch)

Weniger ist mehr! Den Beweis zeigt uns Ingo Seydel mit seiner farbig knapp gehaltenen Darstellung. Eingespannt zwischen dem Dunkel des Bodens und dem Weiß der Markisen pulsiert das bunte Leben. Und eine weitere Wechselwirkung rahmt diesen Sehnsuchtsort für Begegnung: Eine zart angedeutete orthogonale Struktur der Architektur korrespondiert mit den drei dunklen Lichtmasten und gibt dem Bild einen Rhythmus. Genaues Schauen und sichere Wiedergabe mit der Konzentration auf das Wesentliche erzeugen diese erstaunliche Sicht auf das Gegenwärtige.

Anerkennungspreise für besondere Leistungen (je 50 €):

  • Ülfet Olgun: „Herbst am Weiher“  Maik Roth: „Gala Royal“  Lydia Stoppera: „Ohne Titel“ Monika Zipprich: „Einer braucht den anderen“
  • Maik Roth: „Gala Royal“  Lydia Stoppera: „Ohne Titel“ Monika Zipprich: „Einer braucht den anderen“
  • Lydia Stoppera: „Ohne Titel“ Monika Zipprich: „Einer braucht den anderen“
  • Monika Zipprich: „Einer braucht den anderen“

Sonderpreis für ausstellende Dozenten (je 200 €)

Für Marina Abramova für ihre Arbeit „Am Abend“ (Aquarell)

Mit den für das Medium Aquarell besetzten Attributen des Zerfließens und der Konturlosigkeit spielend setzt die Künstlerin souverän die Kontrapunkte: In der Komplementärfarbe leuchten orange-gelbe Stellen auf, die sich erst bei genauer Betrachtung als Lichter von Wohnungen im Einheitsgrau der Wohnsilos zeigen. Eine Ambivalenz von Draußen und Drinnen, von Schutz und Wärme gegen Kälte und Nässe oder doch Freiheit gegen Enge eröffnet uns die Künstlerin mit ihrer nur scheinbar so leichtfüßig daherkommenden Arbeit und überlässt uns Betrachtern, wofür wir uns entscheiden.

Für Nicola Gottfried, für ihre Arbeit: „Seelenmesser" (Keramische Impressionen)

Wird die Seele durchschnitten oder ihre Größe bestimmt? Erzeugen die Messer Wunden oder Eindrücke, wie die Bezeichnung „Impression" nahelegt? Was bewirken diese archaisch anmutenden Gerätschaften? Wurden Sie bereits seit Menschengedenken zum Messen der Seele benutzt, wie wir es (mit anderem Instrument) schon bei den Ägyptern kennen?

Nicola Gottfried jedenfalls kann mit ihrem meisterlichen Umgang mit diesem Werkstoff Ton uns in den Bann ziehen und uns Fragen offenbaren, von denen wir gar nicht wussten, dass sie beim Anblick der Werke uns so sehr beschäftigen würden.

Allen Preisträgerinnen und Preisträgern unseren herzlichen Glückwunsch!

Impressionen aus der Ausstellung sowie Informationen zu den Workshops 2021 finden Sie auf www.sommerakademie-coburg.de


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