Lernen, wie Demenzkranke fühlen

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Empathie und Aufmerksamkeit tun jedem Menschen gut – besonders wichtig sind sie aber im Umgang mit Hochbetagten und Demenzkranken. Dies und vieles mehr lernten die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen unseres Lehrgangs „Betreuungskraft Demenz“.




„Man sollte Demenzkranke nicht wie Kinderbehandeln – schließlich sind das erwachsene Menschen mit Lebenserfahrung“, sagt Anette Weber. „Ich fand es selbst sehr interessant im Unterricht zu erfahren, wie man sich in einen demenzkranken Menschen hineinversetzen kann, und das dann im Praktikum umzusetzen“. Anette Weber ist eine von 27 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der dreimonatigen Qualifizierung zur „Betreuungskraft Demenz“ an der Volkshochschule. Gegenstand des Unterrichts sind hier neben den Symptomen der Demenz und weiterer Krankheitsbilder Themen wie Zugangsmöglichkeiten zu Menschen mit Demenz, Förderung von Mobilität, Wohnformen, Tagesgestaltung, Umgang mit Angehörigen, rechtliche Fragen, Krisenintervention oder Ernährung. Auf den theoretischen Grundlagen-Unterricht folgt eine Praxisphase in einer Pflegeeinrichtung.

„Ich hatte einen tollen Praktikumsplatz, wo man wirklich Zeit hatte, sich mit den Menschen zu beschäftigen“, so Weber, die gelernte Spielzeuggestalterin ist. „Ich bin wegen der Familienphase schon eine Weile aus dem Beruf raus, und jetzt war es an der Zeit, dass ich wieder richtig einsteige. Als ich in der Zeitung von diesem Kursangebot las, dachte ich, das könnte sich doch gut mit meinem Beruf ergänzen“. Anette Weber reizt der Gedanke, Spiel- und Beschäftigungsgegenstände für Demenzpatienten zu gestalten. „Und dazu muss man die Senioren ja kennen. Einmal habe ich eine Klappmaulpuppe mitgebracht, die sehr gut ankam. Ich könnte mir gut vorstellen, in Zukunft Teilzeit in der Betreuung zu arbeiten und parallel Spielsachen zu entwickeln.“

Tatjana Roor arbeitet bereits seit längerem in der Pflege, und brauchte eine Zusatzqualifikation im Bereich Betreuung – dies ist nämlich sind zu verwechseln: Pflege zielt vor allem auf das körperliche Wohlbefinden ab, Betreuung auf das geistige und seelische. „Ich habe in diesem Kurs viel gelernt, viele tolle Ideen mitgenommen, die ich in meiner Arbeit umsetzen kann“, sagt Tatjana Roor. „Besonders spannend fand ich das Konzept „Tastbrett“.“ Sie hat bereits selbst ein solches gestaltet: Ein Holzbrett, auf dem es verschiedene Oberflächen zu erfühlen gibt, etwa Schleifpapier; Schrauben, an denen gedreht werden oder ein Glöckchen, an dem geläutet werden kann. „Das ist eine wertvolle Beschäftigung und auch eine gute Gesprächsgrundlage“, so ihre Erfahrung.

Wer selbst Interesse an oder Fragen zur Qualifizierungsmaßnahme hat, kann sich an die Volkshochschule wenden – zuständig ist Martina Krejci, zu erreichen unter der Telefonnummer 09561/882535. „Mitbringen sollte man Einfühlungsvermögen, Kreativität und Teamfähigkeit“, erklärt Kursdozentin Alexandra Hofmann. Vorbildung im pflegerischen Bereich ist nicht notwendig.

Bild: Erfolgreich weitergebildet haben sich 27 Männer und Frauen mit dem Angebot der Volkshochschule: Sie sind nun zertifizierte „Betreuungskraft Demenz“. Kurskoordinatorin Martina Krejci (links) und Dozentin Alexandra Hofmann (3. von links) freuen sich mit den Absolventen. Foto: Hegner/vhs


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