Kopfrechnen im Slalom

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Gehirntraining wird durch Kombination mit Bewegung noch effektiver. Dieses Konzept liegt dem Kurs „Fitness für Kopf und Körper 65plus“ zugrunde: Geist und Körper werden hier gleichzeitig gefordert und gefördert.




Den Fuß einmal links der Linie aufsetzen, einmal rechts, den anderen Fuß zweimal hintereinander in der Luft schweben lassen, dann zweimal ebenfalls aufsetzen, das Ganze wieder von vorn, dabei im Kopf das Alphabet kombiniert mit den Zahlen von eins bis 26 aufsagen – schon bei „Schritt-rechts-schweb-links-E-5“ kommt man da leicht ins Stocken - auch unter 65.

„Die Übungen, die wir hier machen, sind nicht ganz einfach. Aber es geht auch gar nicht darum, sie perfekt auszuführen“, erklärt Kursleiterin Susanne Rohse. „Ganz im Gegenteil: Der Versuch, gleichzeitig einen koordinierten Bewegungsablauf auszuführen und eine Rechen- oder Gedächtnisaufgabe zu lösen, ist es, was das Gehirn stimuliert und zur Bildung neuer Synapsen führt. Wenn die Teilnehmer eine Übung mit Leichtigkeit hinkriegen, ist es höchste Zeit für eine neue.“

Seit mehreren Semestern unterrichtet die Physiotherapeutin den Kurs „Fitness für Kopf und Körper 65plus“ an der Coburger Volkshochschule. In ihren Übungen kombiniert sie Bewegung mit Koordination, Rhythmus, Mathematik, Sprache, Konzentrations-, Sinneswahrnehmungs-, Merkfähigkeits- und Gedächtnisaufgaben.

Da müssen die Teilnehmer zum Beispiel im Kopf erst Buchstaben zählen, dann addieren – für Worte bis fünf Buchstaben fünf Punkte, für sechs bis zehn Buchstaben zehn Punkte, für über zehn Buchstaben fünfzehn Punkte; die Worte ruft Susanne Rohse in den Raum, während die Teilnehmer um aufgestellte Hocker Slalom laufen. Zum Schluss werden die Ergebnisse vergleichen – aber schlechte Noten gibt es nicht.

„Das ist doch toll zu wissen - auch wenn ich die Aufgabe nicht fehlerfrei löse - allein, dass ich es versuche, bringt mich weiter!“, sagt Elisabet Schnitzer begeistert. Die 67-Jährige nimmt das erste Mal am Kurs teil dabei und weiß schon jetzt, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird. „Denn Spaß macht es auch“, findet sie. „Wenn man nach dem Kurs hier rausgeht, ist man beschwingt, hat gute Laune und das gute Gefühl, etwas getan zu haben, für sich, für seine Gesundheit und damit für seine Zukunft.“

Zwischen den Knobeleien gibt es auch ein paar reine Gymnastikübungen, bei denen die grauen Zellen mal Pause machen können: Vom Fußballen auf die Fersen rollen, Schultern kreisen, auf einem Bein balancieren. „Genau die richtige Mischung“, findet Edeltraud Arbeiter. „Es gibt was zum Bewegen, was zum Denken und was zum Lachen!“ Die 64-Jährige ist zum ersten Mal dabei. „Ich bin Neurentnerin und auf der Suche nach Sachen, die mir Spaß machen. Mir liegt viel daran, jetzt etwas für den Körper zu tun, denn das kommt im Berufsleben oft zu kurz.“ Die Fitness für Kopf und Körper gefällt ihr gut - trotzdem möchte sie gerne noch andere Fitnessarten ausprobieren. „Ich bin neugierig, was es noch so alles gibt.“

Damit erfüllt sie schon die wichtigste Voraussetzung für langanhaltende geistige und körperliche Fitness, sagt Kursleiterin Susanne Rohse: „Neugier und vielfältige Fähigkeiten fördern – darum geht es. Das Gehirn ist ein komplexes Gebilde und es braucht komplexe Aufgaben und Anforderungen, um agil zu bleiben. Und damit bleibt der ganze Mensch agil!“

Horst Lisczyk kann das bestätigen: Er macht schon zum fünften Mal bei „Fitness für Kopf und Körper“ mit. „Ich komme, um nicht körperlich und geistig einzurosten“, sagt der 66-Jährige kurz und bündig – und „trifft damit den Nagel auf den Kopf“, findet Kursleiterin Susanne Rohse.

Fitness für Kopf und Körper - 65plus

Was: Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, Konzentrations- und Gedächtnisübungen kombiniert mit Elementen der klassischen Wirbelsäulengymnastik.

Wozu: Diese Kombination hilft, klassischer Altersvergesslichkeit entgegenzusteuern, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern und Sturzprophylaxe zu betreiben.

Wer: Diese Fitnessart richtet sich an Senioren, die Neugier und Interesse mitbringen und sich frei bewegen können.

Bild: Links tippen, rechts tippen, Arme überkreuzen – und dabei im Kopf das kleine Einmaleins durchgehen: Die Aufgaben, die Susanne Rohse (hinten rechts) in ihrem vhs-Kurs „Fitness für Kopf und Körper 65 plus“ stellt, können ganz schön knifflig sein, finden Edeltraud Arbeiter, Elisabeth Schnitzer und Horst Lisczyk (von links). Foto: Hegner/vhs


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